Hilfen für Kinder, die bei Pflegeeltern/im Heim leben

Da wir wissen, dass Kinder, die in Jugendhilfeeinrichtungen oder Pflegefamilien leben, häufiger von affektiver Dysregulation – also von wiederkehrender Wut, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen – betroffen sind, möchten wir diese Gruppe ganz speziell unterstützen.

Ein erster Fragebogen

Zunächst bitten wir Betreuer, Pflegeeltern oder Bezugspersonen, einen kurzen Fragebogen zu beantworten. Die Beantwortung des Fragebogens erfolgt für uns als Studienzentrum anonym, so dass nur die Person, die den Fragebogen ausfüllt, weiß, um wen es sich bei dem Kind handelt. Wenn wir anhand des Fragebogens erkennen, dass ein Kind Probleme mit affektiver Dysregulation haben könnte, benachrichtigen wir die Einrichtung/Pflegefamilie, in der das Kind lebt und bitten darum, die Sorgeberechtigten nach einer Zustimmung zur Studienteilnahme des Kindes zu fragen. Wenn uns diese Zustimmung vorliegt, laden wir das Kind in Begleitung einer Bezugsperson zu einem ausführlichen Gespräch in das nächstgelegene Studienzentrum ein.

Bausteine von ADOPT

Ausführliches Untersuchungsgespräch

Bei diesem Termin werden wir mit der Bezugsperson und dem Kind noch einmal ausführlich über Probleme mit der Gefühlsregulation und mögliche andere Schwierigkeiten sprechen und die Bezugsperson und das Kind bitten, ein paar Fragebogen auszufüllen.

Außerdem laden wir auch Kinder ohne Schwierigkeiten in der Gefühlsregulation mit einer Bezugsperson zu ausführlichen Gesprächen ein. Damit wollen wir Unterschiede zwischen betroffenen Kindern und Kindern ohne solche Probleme genauer untersuchen. Diese Kinder werden wir per Zufall aus der Gruppe derjenigen auswählen, bei denen im ersten Fragebogen keine oder nur wenige Probleme angegeben wurden.

Körperliche Untersuchung

Im Rahmen unseres Forschungsprojektes sollen bei einem kleinen Teil der Kinder, die im Raum Dresden, Köln oder Mannheim leben, auch körperliche Untersuchungen durchgeführt werden, wenn die Sorgeberechtigten und Kinder dieser Untersuchung zustimmen. Mithilfe der Untersuchungen möchten wir erforschen, ob sich die Gehirnaktivität von Kindern mit affektiver Dysregulation von anderen Kindern unterscheidet. Dazu wird z. B. eine EEG-Messung durchgeführt. Bei einer EEG-Messung werden die Hirnströme und damit die Gehirnaktivität des Kindes erfasst. Dafür wird dem Kind eine Haube mit Messfühlern aufgesetzt. Dies tut nicht weh und birgt keine körperlichen Risiken. Wie die Untersuchung genau abläuft besprechen wir in jedem Fall vorher ausführlich mit allen Beteiligten und eine Teilnahme an den Untersuchungen ist selbstverständlich vollkommen freiwillig.

Behandlung für das Kind

Wenn wir in unserem Untersuchungsgespräch feststellen, dass das Kind starke Schwierigkeiten in der Gefühlsregulation hat, bieten wir dem Kind und dem Helfersystem eine ambulante psychotherapeutische Behandlung an. Dabei setzen wir Behandlungsmethoden ein, die sich bei ähnlichen Problemen bewährt haben. In der ambulanten Psychotherapie erarbeiten wir vor allem mit dem Kind, wie es besser mit seinen Gefühlen umgehen kann. Außerdem unterstützen wir die Bezugspersonen dabei, besser mit den Problemen des Kindes umzugehen. Im Rahmen der Behandlung kommt das Kind einmal in der Woche über einen Zeitraum von mehreren Monaten in die Klinik, welche die Studie in der Nähe des Wohnortes des Kindes durchführt [Link zu Standorte]. Es sind aber auch Behandlungen vor Ort in der Einrichtung, in der das Kind lebt, möglich.

Da wir bestimmte wissenschaftliche Vorgaben einhalten müssen, wenn wir eine Studie durchführen, können wir nicht allen Kindern, die Schwierigkeiten in der Gefühlsregulation haben, die ambulante Psychotherapie anbieten. Alle anderen Pflegefamilien/Jugendhilfeeinrichtungen beraten wir gerne zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten für das betroffene Kind.

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